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Erben kommen leichter an ihren Nachlass

Einführung eines digitalen Testamentsregisters ab Januar 2012

 

Millionen gelbe Karteikarten in 5000 Standesämtern enthalten bisher die Informationen, die für die Abwicklung von Erbschaften in Deutschland erforderlich sind. Für die Realisierung einer Erbschaft stellt das Nachlassgericht nach dem bisherigen Verfahren einen Erbschein aus, wenn – meist erst nach einigen Wochen – ein Testament und andere Dokumente aus verschiedenen Registern gesammelt wurden. Tauchen danach noch relevante Dokumente auf, die die Erbverteilung beeinflussen können, ist der Erbschein wieder hinfällig und der Prozess zur Realisierung der Erbschaft geht von vorne los. Das bedeutet im Fall einer Erbschaft einen erheblichen Zeitaufwand.

Außerdem sind viele der Karteikarten veraltet, so dass Benachrichtigungen als unzustellbar zurück kommen.

Diese Nachteile sollen durch die Einführung eines zentralen, digitalen Testamentsregisters ab Januar 2012 beseitigt werden. Gespeichert werden alle Dokumente, die für die Abwicklung einer Erbschaft relevant sind. Außerdem wird künftig jeder automatisch im Testamentsregister gespeichert, der ab 2012 beim Notar ein Testament aufsetzen lässt.

Mit dem neuen Testamentsregister kann das Nachlassverfahren mithin künftig schneller und zuverlässiger werden. Zudem werden unzustellbare Benachrichtigungen an die Erben vermieden. Dies wird u.a. dadurch erreicht, dass das digitale Register im Sterbefall automatisch auf Einträge geprüft wird. Das Nachlassgericht und die Verwahrstellen aller Dokumente werden sofort benachrichtigt.